Contao SEO 2017-11-23T16:57:30+00:00

Mit dem Open-Source Content Management System „Contao“ lassen sich individuelle, barrierefreie und suchmaschinenfreundliche Websites erstellen. Möchte man mit Contao SEO erfolgreich sein, sollte man sich vor allem als Laie näher mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung auseinandersetzen.  Im Folgenden erlangen Sie das nötige Know-How um an die Spitze der Google-Rankings zu gelangen.

Relevanz der Suchmaschinenoptimierung

Zunächst einmal wird erläutert, warum die Suchmaschinenoptimierung heutzutage für Website-Betreiber, welche Wert auf Traffic legen, elementar wichtig ist.

Sobald es für einen Suchbegriff (Keyword) multiple Suchergebnisse gibt, werden sie vom Google-Algorithmus in eine Reihenfolge gebracht. Diese Reihenfolge hängt von bestimmten Faktoren ab, auf welche die relevanten Websites überprüft werden. Die Website, welche nach diesen Faktoren am besten abschneidet, wird in den Ergebnissen ganz oben platziert. Das Feld der Suchmaschinenoptimierung beschäftigt sich mit der Optimierung dieser ausschlaggebenden Faktoren.

Wichtig ist eine gute Platzierung auf der Suchmachinenergebnisseite (SERP), da die Nutzer quasi ausschließlich hochrangige Ergebnisse klicken. Ungefähr 60% der Nutzer klicken auf das erste Suchergebnis, 83% der Nutzer entscheiden sich für ein Ergebnis der Top 3. Nur 0,17% klicken ein Ergebnis auf der zweiten SERP (Rang 11 und niedriger).

Kombiniert man diese Erkenntnisse mit dem Fakt, dass ein Großteil der Internet Nutzer zum Auftakt einer Internetsitzung eine Suchmaschine wie Google verwenden, so wird klar, dass ein gutes Ranking extrem ausschlaggebend für hohe Trafficwerte ist.

Bestandteile der Suchmaschinenoptimierung

Die Suchmaschinenoptimierung lässt sich in zwei unterschiedliche Felder aufteilen, die OnPage-Optimierung und die OffPage-Optimierung. Unter die OnPage-Optimierung fallen Faktoren wie gute Inhalte der Seite (Content), Interne Verlinkungen und die Seitenstruktur. Die OffPage-Optimierung beschäftigt sich mit der Akquise von Links anderer Seiten, da eine Verlinkung von mächtigen Seiten nach dem Google Page-Rank Algorithmus die Gewichtung der eigenen Seite im Internet stärkt.

Da man fremde Sites nur durch überzeugenden Content dazu bewegen kann, auf die eigene Seite zu verlinken, werden wir uns in diesem Artikel nur mit der OnPage Optimierung befassen.

Folgende OnPage-Optimierungsfaktoren werden hier im Zusammenhang mit Contao erläutert:

  1. Content und Keywords
  2. Seitenstruktur
  3. Nutzerfreundliche URLs
  4. XML-Sitemaps
  5. Interne Verlinkung und Indexierung
  6. Bilderoptimierung

1. Content und Keywords

Google selbst nennt einzigartigen Content, welcher einen Mehrwert für den Nutzer bietet als wichtigsten Ranking-Faktor. Wichtig hierbei ist es, dass wirklich jeder Text, welcher veröffentlicht wird, sonst in dieser Form noch nicht im Web vorhanden ist. Bereits vorhandener Content (Duplicate Content), bietet nach der Logik von Google keinen Mehrwert für den Nutzer, da der Content in dieser Form bereits vorhanden ist, und somit auch über Google zu finden ist. Da Google den Nutzern nicht zwei Mal das exakt gleiche Ergebnis liefern will, erhält Duplicate Content, wenn überhaupt, ein sehr niedriges Ranking. Allgemein lässt sich sagen, dass Content, solange er originell geschrieben und ein interessantes Thema behandelt, immer einen Mehrwert für den Kunden bietet. Solange man nicht offensichtlich kopiert, werden hier keine Probleme entstehen.

Außerdem erwähnenswert im Zusammenhang mit Content sind die Keywords, für welche man ranken möchte. Rund um diese Keywords wird später der Content erstellt, also sollten diese auch erstrebenswert hohes Suchvolumen haben. Um das Suchvolumen von interessanten Keywords zu überprüfen, eignet sich der Google Keyword Planner. Früher konnte man durch ein hohes Vorkommen des Keywords im Text ein besseres Ranking erreichen, heutzutage ist die Keyword-Dichte im Content jedoch weniger relevant. Der Fokus liegt mittlerweile auf dem bereits erwähnten Mehrwert für den Nutzer. Wo sich die gezielte Platzierung des Keywords jedoch immer noch lohnt, erfahren Sie im nächsten Kapitel, wo wir uns mit der Seitenstruktur beschäftigen.

2. Seitenstruktur

Google gibt einige Vorgaben zur Seitenstruktur, welche sich positiv auf das Ranking auswirken. Beispielsweise sollte man ordentlich strukturierte HTML-Dokumente verwenden, welche mit Hilfe von „h1“ bis „h6“ – Überschriften gegliedert sind und für Aufzählungen die „ol“ und „ul“ – Tags verwenden. Hierbei ist es wichtig, nur eine „h1“ – Überschrift zu benutzen, und danach für absteigend wichtige Überschriften in der richtigen Reihenfolge „h2“, „h3“, und so weiter. Eine „h3“ Überschrift sollte nie verwendet werden, solange es noch keine „h2“ als vorherige Überschrift in dem Text gibt. Im Contao-Backend erreichen Sie den Punkt zum Texte bearbeiten im Administrationsbereich unter Inhalte > Artikel > Artikel bearbeiten / neu anlegen .

Im Zusammenhang mit der HTML-Struktur ist es empfehlenswert, das Keyword am Anfang der „h1“ unterzubringen. Weiterhin sollte man das Keyword in den Meta-Angaben der Seite unterbringen, spezifischer im Title und der Description. Vor allem das Unterbringen des Keywords zu Beginn des Title Tags wird mit einer Verbesserung des Rankings für dieses Keyword in Verbindung gebracht.

Bei der Erstellung der Meta-Angaben sollte auch bedacht werden, dass potentielle Nutzer diese Textzeilen auf der SERP sehen. Daher sollte man sich an gewisse Richtlinien halten, um einen professionellen und vertraulichen Eindruck zu machen.

  • Meta-Title:
    Wie bereits erwähnt, sollte zu Beginn des Meta-Title das Keyword eingebracht werden. Außerdem sollte man innerhalb der Begrenzung der zur Verfügung stehenden Zeichen noch, je nach Zielseite, gewisse transaktionale (kaufen, bestellen) oder informationale (wie funktioniert es) Begriffe verwenden. Abgeschlossen werden kann der Meta-Title mit dem Erwähnen der eigenen Marke/Firma zwecks Branding.
  • Meta-Description:
    Empfehlenswert ist es, die Meta-Description nach dem AIDA-Prinzip zu gestalten. AIDA steht für „Attention / Interest / Desire / Action“, und ist ein um 1900 entwickeltes Konzept aus der Werbepsychologie. Um einen Nutzer zum Kauf, oder in diesem Fall zum Klick zu bewegen, sollte nach diesem Prinzip wie folgt vorgegangen werden:

    1. Man zieht die Aufmerksamkeit des Nutzers auf sich, z.B. durch das Verwenden von Sonderzeichen (z.B. ✅)
    2. Das Interesse des Nutzers wird geweckt, indem weiter auf das Angebot eingegangen wird („riesen Sortiment“, „top Qualität“)
    3. Im dritten Schritt soll dem Nutzer, beispielsweise durch ein praktisches Alleinstellungsmerkmal, bewusst gemacht werden, warum er dieses Produkt braucht / warum er klicken soll.
    4. Zuletzt wird der Nutzer noch zu einer Aktion, in diesem Fall zum Klick auf das Suchergebnis aufgerufen („Hier klicken!“).

Da Google nur eine gewisse Menge an Zeichen zur Verfügung stellt, sollte man seine angedachten Meta-Angaben erst in einen sogenannten SERP-Snippet Generator eingeben. Hier werden Hinweise gegeben, falls die eingegebenen Texte über der Obergrenze ( 71 Zeichen im Title / 156 Zeichen in der Description) liegen, und wie die Texte später einmal auf der Google SERP aussehen.

Hier ein Beispiel, wie ein optimierter Title und eine nach dem AIDA-Prinzip erstellte Description in einem SERP-Snippet Generator aussehen könnte.

In Contao lassen sich die Meta-Angaben über die Menüpunkte Layout > Seitenstruktur > Seiten bearbeiten / neu anlegen bearbeiten.

3. Nutzerfreundliche URLs

Ein weiteres wichtiges Kriterium für gutes Ranking sind nutzerfreundliche URLs. Hierunter wird verstanden, dass URLs in ihrer Struktur die Struktur der Seite widerspiegeln, und für den Nutzer leicht nachzuvollziehen sind.

Negativ Beispiel (eine automatisch generierte URL):

https://negativbeispiel.de/$39!=)}13$&

Positiv Beispiel:

https://positivbeispiel.de/artikel/contao-seo

Wie man sieht, ist das negativ Beispiel für Nutzer nichtssagend, während das positiv Beispiel genau darstellt, wo auf der Website sich der Nutzer befindet. Außerdem kann hier wieder das Keyword untergebracht werden, was für SEO – Zwecke förderlich ist.

Bevor im Contao Backend die URL-Struktur angepasst werden kann, muss man im Stammverzeichnis die Datei .htaccess.default in .htaccess umbenennen. Durch diesen Schritt wird MOD Rewrite aktiviert, wodurch das Umschreiben der URLs überhaupt möglich wird. Nun kann im Backend unter System > Einstellungen > Frontend-Einstellungen der Punkt „URLs umschreiben“ angekreuzt werden. Dies entfernt das störende /index.php-Suffix. Auch ist es ratsam, den Punkt „Ordner URLs verwenden“ abzuhaken, da man hierdurch Unterordner in den URLs verwenden kann. Dies macht es möglich, dem Seitennamen im Feld „Seitenalias“ einen Pfad voranzustellen, beispielsweise „Produkte/Schuhe“. Empfehlenswert ist es, als Seitenalias relevante Keywords zu verwenden, und falls mehrere Keywords verwendet werden, diese mit Bindestrichen zu trennen.

Der Seitenalias kann unter Layout > Seitenstruktur > Seite erstellen / bearbeiten > Seitenalias angepasst werden.

4. XML-Sitemaps

Bei einer XML-Sitemap handelt es sich um ein Verzeichnis der Struktur der eigenen Website im XML-Format. Eine gepflegte Sitemap dient dazu, Suchmaschinen die relevanten Seiten der Website aufzuzeigen, und begünstigt die Indexierung von Unterseiten. Ohne eine Sitemap kann es länger dauern, bis die Google Crawler auf neue Unterseiten stoßen, und die Indexierung wird in die Länge gezogen.
Über den Menüpunkt Seitenstruktur > Startpunkt der Website > XML-Sitemap kann die Erstellung der Sitemap in Contao aktiviert werden. Einmal erstellt, findet man die XML-Sitemap im Unterorder /share der Contao-Installation. Nun muss diese nurnoch in der Google Search Console hochgeladen werden.

5. Interne Verlinkung und Indexierung

Zur internen Verlinkung lässt sich sagen, dass Nutzer im Optimalfall nie mehr als zwei bis drei Klicks benötigen sollten, um zu ihrer Zielseite zu gelangen. Eine solche „flache“ Seitenstruktur ist besonders nutzerfreundlich, und wird daher von Google als positiver Rankingfaktor betrachtet. Auch bei sehr großen Seiten sollte nach diesem Prinzip vorgegangen werden. Selbst wenn ab und zu mehr als drei Klicks nötig sind, sollte dennoch auf eine minimale Klicktiefe wert gelegt werden.

Die Linktexte bei internen Verlinkungen sollten möglichst aussagekräftig sein. Vermeidet werden sollten Linktexte wie „mehr“ oder „weiter“. Besser sind Linktexte wie „Unsere Auswahl an Schuhen“.
Zusätzlich zur XML-Sitemap sollte der Robots Tag auf Index/Follow stehen, damit der Indexierung der Seite durch Suchmaschinen nichts im Weg steht. Gefunden werden kann der Robots Tag im Contao-Backend direkt neben dem Seitentitel-Feld unter Layout > Seitenstruktur > Seiten bearbeiten / neu anlegen.

6. Bilderoptimierung – was sich durch das Google Bildersuche Update geändert hat

Anfang 2017 veröffentlichte Google ein Update zur Bildersuche. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde empfohlen, auch die Bilder der eigenen Website zu optimieren, da hierdurch über die Google Bildersuche extra Traffic generiert werden konnte. Vor dem Update wurden Bilder in der Bildersuche nur in einem verkleinerten Format ausgespielt. Wollte man das Bild genauer betrachten, musste zwangsläufig die Website besucht werden. Seit dem Update lassen sich Bilder jedoch schon in der Google Bildersuche vergrößert darstellen, weshalb die meisten User nicht mehr die Ursprungsseite aufrufen.

Um seine Bilder in der Bildersuche hoch zu platzieren benötigt es optimierte Title- und Alt-Tags. Aus SEO-Sicht ist die Bilderoptimierung seit dem Update jedoch zu vernachlässigen. Trotz allem sollte man sich die Mühe machen, Alt-Tags, welche das Bild beschreiben zu erstellen. Diese Alt-Tags sind zwar nicht mehr aus einer SEO-Perspektive relevant, bieten jedoch Nutzern von Screenreadern einen Mehrwert, da hier an der Stelle von Bildern der Alt-Tag vorgelesen wird. Dadurch können sehbehinderte Menschen trotzdem visualisieren, was das Bild enthält. Außerdem wird, falls ein Bild nicht geladen werden kann, der Alt-Tag anstelle des Bildes gezeigt.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass der Anbieter alle Mittel zur Verfügung stellt, um erfolgreich Contao SEO zu betreiben. Meta-Angaben können bequem im Backend eingetragen werden, und das Erstellen von XML-Sitemaps ist selbst für Laien sehr simpel. Wird der Content nach SEO-Richtlinien gegliedert, und bietet einen Mehrwert für den Nutzer, so lässt sich mit diesem SEO-Guide für Contao ein gutes Ranking erreichen. Eine in SEO-Hinsicht gut gepflegte Seite bedeutet jedoch auch sehr viel Arbeit. Möchte man sich eher auf das Erstellen von Content fokussieren, sollte in Betracht gezogen werden, eine SEO-Agentur zu beauftragen. Eine Betreuung durch Profis stellt sicher, dass das Maximum aus einer Website im Zusammenhang mit SEO herausgeholt wird. Auch bieten solche Agenturen Pläne zur Off-Page Optimierung an.