Was ist User Experience Design?

User Experience Design oder kurz – UX Design – bezeichnet den Entwicklungsprozess von digitalen Produkten, sodass der Anwender das bestmögliche Ergebnis damit erzielen kann. Dabei sind mit Produkten jedoch nicht nur physische gemeint, sondern so ziemlich alles, mit dem ein User in Kontakt tritt. Das kann eine Website sein, aber auch die Benutzeroberfläche einer App. 

Das User Experience Design befasst sich also mit der Analyse und Optimierung der Nutzerfreundlichkeit, um so die Zufriedenheit & Zugänglichkeit zu optimieren. Das UX-Design ist daher auch ein Teil der Usability.

 

Usability, also die Nutzererfahrung/Benutzerfreundlichkeit von Digitalen Produkten, ist jedoch ein kompliziertes “Unterfangen”, da hier sehr viele Themen beachtet werden müssen. Gedanken, Bedürfnisse und Emotionen spielen eine wichtige Rolle. Ziel des UX-Designs ist es also genau diese Themen zu erkennen und zu analysieren. Komplexe Systeme sollen möglichst einfach dargestellt werden und den Anwender schnell und einfach ans Ziel bringen.

Wofür braucht man User Experience Design?

Das Internet wird immer populärer. Mittlerweile nutzen mehr als 4 Milliarden Menschen das Internet täglich für die verschiedensten Dinge. Dabei trifft man auch heute noch auf Webanwendungen und Websites die sehr veraltet und nur schwer zu bedienen sind. User Experience Design setzt genau hier an und hat das Ziel – wie in der Einleitung bereits erwähnt – die Nutzung von digitalen Services & Produkten anwenderfreundlich zu gestalten. 

Oftmals führen zu komplexe oder altmodische Anwendungen und Webseiten dazu, dass User nicht mit diesen Interagieren können bzw nicht richtig nutzen können; das führt dann wiederum dazu, dass die Anwender oftmals verwirrt und unzufrieden das “Produkt” verlassen und oft auch nicht mehr zurückkehren. Doch es gibt auch tiefere Ebenen, in der das User Experience Design entscheidend ist, ob z.B eine Website konvertiert oder ein User die dargestellten Informationen richtig aufnimmt und länger auf der Seite verweilt.

Hier sind mögliche Einsatzszenarien für das UX-Design

Webdesign/Conversion Optimierung

Im Webdesign und der Conversion Optimierung ist die Usability ein äußerst 

wichtiger Bestandteil. Ist die Webseite oder Anwendung zu kompliziert zum Benutzen, springen viele User oftmals gleich wieder ab. Ziel hier ist es also, die Seite oder Anwendung möglichst einfach zu gestalten, damit ein User die benötigten Informationen sofort sieht bzw. leicht findet und man nicht lange überlegen muss, was passiert wenn man auf einen bestimmten Button klickt etc. Die Seite sollte möglichst verständlich aufgebaut sein und der User muss sich leicht zurecht finden. Der berühmte Usability Experte Steve Krug fasst das gesagte mit einem Satz – gleichnamig wie sein Bestseller-Buch – sehr gut zusammen: Don’t make me think. Schon die ersten Gedanken können zu Unsicherheiten führen, was dann wiederum zum Absprung von Usern führen kann.

 

SEO

Auch für die SEO – Search Engine Optimization – ist das UX-Design wichtig. Strukturierte, einfach zu bedienende Seite können zu einer längeren Verweildauer auf der Seite führen. Das bringt den Vorteil, dass der User sich auf der Seite wohlfühlt, mehr Informationen sammelt und sich ein besseres Bild des Unternehmens machen kann und sich dann im Nachgang für die Produkte/Dienstleistungen womöglich auch entscheidet. Wichtig ist das UX Design aber auch für das Ranking. Google hat selbst Kriterien für eine gute Benutzerfreundlichkeit von Webseiten. Werden diese anhand des Designs umgesetzt, sieht Google das und belohnt die Seite eventuell mit einem besseren organischem Ranking. Der Ansatz der Search Experience Optimization greift die beiden Punkte zusammen auf und nutzt damit die Synergien einer Kombination von SEO und UX.

 

Product Design

Auch im Product Design spielt das User Experience Design eine wichtige Rolle. Versetzen Sie sich an dieser Stelle mal in die Sicht eines potenziellen Anwenders Ihres Produktes: Sie sehen zum ersten mal das Produkt. Wissen Sie, was das Produkt alles machen kann? Welche Funktionen hat es? Und noch wichtiger – wie es funktioniert? Kann man wirklich alle Funktionen des Produkts nutzen und sind diese einfach herauszufinden?

All das sind Fragen, die Ihnen beim Product Design durch den Kopf gehen sollten. Davon hängt letztlich der Erfolg Ihres Produktes ab. User Experience Design hilft dann genau hier bestehende Produkte zu analysieren und ggf. zu verbessern und neue Produkte um diese Fragen herum zu designen.

 

Software Design

Auch im Software Design ist das User Experience Design von großer Bedeutung. Sehr ähnlich wie beim Product Design, sollte hier der Fokus auf den User gelegt werden. Das Softwareprodukt muss für den Endnutzer einfach zu bedienen sein – ohne Großartiges nachdenken.

Was ist der Unterschied zwischen UX und UI?

Neben der UX – also der User Experience – gibt es auch die UI – das User Interface. 

Das User Interface bezieht sich wie der Name schon andeutet, auf den visuellen Standpunkt von digitalen Produkten. Neben einem einheitlichen & hochwertigem Design, muss durch das Interface das Ziel des Produktes und auch die Markenbotschaft klar kommuniziert werden. Eine Interaktion soll mit Hilfe des UI effizient und visuell ansprechend sein. Damit das User Interface effektiv genutzt werden kann, muss zuvor eine gute Usability gewährleistet sein.

 

Noch oft werden die beiden Methoden gerne mal verwechselt, obwohl doch ein Unterschied vorhanden ist. Das User Interface Design geht wie bereits oben erwähnt, auf die visuelle Ausarbeitung des Produktes ein. Das User Experience Design fokussiert sich, im Gegensatz dazu, auf die Bedienbarkeit des jeweiligen Produktes. Im User Interface Design stellt man sich daher hauptsächlich künstler- und gestalterischen Aufgaben, während man im User Experience Design sich hauptsächlich auf wissenschaftliche Analysen und feste Fakten stützt.

 

Im User Interface Design widmet man sich auch den kleinsten Details. Hier geht es von unternehmensweiten Style-Guides, über Responsive Design bis hin zur Erstellung von Wireframes und MockUps. 

Im User Experience Design geht es letztlich um die Art wie ein Endnutzer mit einem Produkt – wie z.B. einer Webseite interagiert. Dabei wird sehr viel User Research betrieben, um die Endnutzer besser kennenzulernen und zu verstehen. Accessibility, Einfachheit und Übersichtlichkeit sind Grundprinzipien, die im Kern des UX-Design stehen.

Welche Methoden kommen im Rahmen von User Experience Design zum Einsatz?

Nun wissen Sie, was User Experiencer Design ist und kennen die Einsatzmöglichkeiten und Chancen. Aber wie genau setzt man das UX-Design nun um? Welche Methoden kommen dabei zum Einsatz?

 

Generell gibt es vier Segmente für ein erfolgreiches User Experience Design. Diese sind Verstehen, Entdecken, Konzept-Erstellung und Testen. Jedes der vier Segmente ist dabei wichtig und trägt einen essentiellen Teil dazu bei, Kunden besser zu analysieren & zu verstehen.

Das erste Segment “Verstehen” dreht sich um die Zielgruppe. Ziel ist es, User und potenzielle Kunden besser zu verstehen. So sollen realistische Anforderungen und Ziele abgeleitet werden, die letztlich auf das digitale Produkt angewendet werden können. Um derartiges zu analysieren, wird Nutzerforschung in Form von Fokusgruppen, Interviews und weiteren User Research Methoden angewandt. Eine ebenfalls sehr hilfreiche Methode sind User Personas. Hier wird analysiert und zusammengetragen, wie mögliche Endnutzer des digitalen Produkts aussehen. Mit verschieden Informationen der jeweiligen Lebenswelt des Personas, sowie Einblicke in die Demografie & familiäre Situation, sind diese als Menschen verstehbar und helfen dabei, potenzielle Kunden besser zu verstehen.

 

Das zweite Segment “Entdecken”  fokussiert sich auf Ideen & Lösungen. Durch die verschiedensten kreativen Methoden, sollen Möglichkeiten und Potenziale aufgedeckt werden, basierend auf den Ergebnissen der User Research. Dabei ist es wichtig im Blick zu haben, dass es sich hierbei um ein iteratives Segment handelt. Das bedeutet, dass man sich einer Lösung schrittweise annähert durch testen und wiederholen von gewissen Arbeitsabläufen. Durch Design-Thinking Methoden wie einem Sprint, können Lösungsvorschläge und Ideen innovativ ausgearbeitet und ausprobiert werden. Dabei wird es natürlich auch Ideen geben, die man wieder verwerfen wird. Daher ist es wichtig, sehr kritisch an den Prozess heranzugehen.

 

Das dritte Segment “Konzept-Erstellung” fasst die Ergebnisse der beiden vorhergehenden Segmente zusammen. Im nächsten Schritt werden daraus Konzepte entwickelt, die letztlich realisiert werden sollen. Eine Methode um das Umzusetzen ist das Prototyping. Prototypen sind sehr frühe Visualisierungen von entwickelten Ideen und Systemen. Noch bevor groß produziert wird oder massenhaft programmiert wird, soll so ein MVP – minimum viable product – konzipiert werden. Durch den iterativen Prozess können zudem auch Nutzer in den Entwicklungsprozess miteinbezogen werden. Des weiteren werden ebenso die dazugehörigen Strukturen, Inhalte, Prozesse und Interaktionen beachtet und in den Prototypen weitestgehend mit eingebaut.

 

Das vierte und letzte Segment “Testen” fokussiert sich wie der Name bereits implementiert auf das Testen. Hier werden potenzielle Nutzer explizit in den Entwicklungsprozess integriert. So werden über das Segment unterschiedlich komplexe Prototypen in die Testphase eingeführt und dementsprechend im Nachgang evaluiert. Mit fortgeschrittener Zeit werden die Prototypen also immer interaktiver und modellieren das reale Produkt fast komplett. Die Evaluation der verschiedenen Testing-Phasen von Nutzern, wird dann in die letzten Entwicklungszyklen mit eingearbeitet, wodurch letztlich dann das fertige Endprodukt finalisiert wird.

Warum ist UX Design (und damit auch Usability) so wichtig für den Erfolg eines digitalen Produkts?

User Experience Design ist ein holistischer Ansatz für eine nutzer-fokussierte Gestaltung von digitalen Produkten. Ziel dabei ist es, dem Endnutzer eine optimale Usability zu bieten, die die User Experience verbessert. Dabei wird großer Wert auf die Bedürfnisse und Wünsche des Users gelegt. 

Als ein Teil der Usability von digitalen Produkten soll das UX-Design dazu dienen diese noch anwenderfreundlicher zu gestalten. Hauptziel ist es, dem User die Nutzung zu erleichtern um so letztlich die Absprung/Usage-Rate zu vermindern und die Conversions zu steigern. Anwender bewegen sich mit der Zeit mit und reagieren dementsprechend auf Veränderungen. 

Ein tolles Beispiel ist Amazon. Mit mehreren hundert Millionen aktiven Accounts, ist der Marktplatz einer der größten Weltweit. Aber nicht etwa nur die große Produktvielfalt ist dafür verantwortlich. Die Webseite ist extrem übersichtlich und simpel aufgebaut. Auf einer Produktdetailseite ist das Produkt innerhalb von wenigen Klicks im Warenkorb und bezahlt. Dieser wichtige Prozess wurde von Amazon gemeistert. Keine Lästigen PopUps, keine andauerndes Rumklicken um zum Ziel zu kommen.

Leider gibt es noch viele digitale Produkte, die aus der unternehmenseigenen Sicht leicht zu bedienen sind, jedoch aus Sicht des Kunden einige Fragezeichen kreieren. Und genau hier setzt das User Experience Design an. Mit dem Fokus auf die Kundensicht, sollen so einfach bedienbare, dennoch nützliche und ästhetische digitale Produkte geschaffen werden.



Wie Sie sehen, hat das User Experience Design einen hohen Stellenwert in unserer heutigen digitalen Welt. Wer mit den Trends geht und sich wirklich in die Sicht seiner Kunden versetzen kann, wird auch weiterhin profitabel bleiben. 

Nachdem Sie nun einige Prinzipien des UX-Designs kennen, betrachten Sie Ihr digitales Produkt erneut und versetzten sich in die Lage eines potenziellen Kunden. Können Sie aus Ihrer Sicht sagen, dass jeder X-beliebige User Ihr Produkt oder Ihre Webseite benutzen kann, ohne, dass diesem mehrere Fragen in den Kopf kommen? Finden Sie innerhalb weniger Klicks das was Sie suchen?

Gehen Sie einmal mehr sehr kritisch über Ihr Produkt und analysieren Sie. Letztlich können Sie nur davon profitieren.

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