Joomla SEO 2017-11-23T17:09:28+00:00

Das Content Management System „Joomla“ gehört neben WordPress und TYPO3 zu den aktuell beliebtesten CMS. Dies ist vor allem auf die benutzerfreundliche Bedienung sowie das flexible Design zurückzuführen. Um mit der frisch erstellten, oder bereits bestehenden Joomla Site hohe Trafficzahlen zu generieren, bedarf es einer optimierten Konfiguration, wodurch bei den Suchmaschinenergebnissen ein gutes Ranking erzielt werden kann. Wie Sie Ihre Joomla 3.8.2 – Site im Hinblick auf Suchmaschinenoptimierung fit machen, erfahren Sie im Folgenden.

1. Content und Seitenstruktur

Guter Content, der einen Mehrwert bietet, ist der Grundstein für erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung. Dies liegt an den 2011 durchgeführten Änderungen am Google Algorithmus (Panda-Update), welche den Fokus der Bewertung einer Seite durch die Suchmaschine auf dessen Inhalte legte. Der Begriff „Mehrwert“ bezieht sich hierbei darauf, dass die Inhalte möglichst einzigartig sind, und Nutzer etwas von der Seite mitnehmen, was sie vorher nicht wussten.

Ebenfalls wichtig im Hinblick auf Content ist, dass dieser nach gewissen Richtlinien gegliedert ist. Diese sehen wie folgt aus:

  • Nur eine h1-Überschrift pro Seite (hier unbedingt das Keyword verwenden)
  • Logisch gegliederte Überschriften (h2 > h3 > h4 usw.)
  • Verwenden von Aufzählungen durch „ul“ oder „ol“ – Tags
  • Lange Fließtexte in sinnvolle Paragraphen („p“-Tag) gliedern
  • Wichtige Begriffe/Passagen fetten

Erwähnenswert ist es, dass bei Joomla per Default-Einstellung immer der eingetragene Seitentitel als h1-Überschrift verwendet wird. Um eine individuelle h1-Überschrift einzufügen muss die Option „Titel verbergen“ unter Inhalt > Beiträge > gewünschten Beitrag auswählen > Optionen eingestellt werden. Nun kann man bequem über den Texteditor, unabhängig vom Seitentitel, die Hauptüberschrift ergänzen.

Nach diesen Regeln formatierte Texte sind übersichtlicher und können vom Google Bot effektiver gecrawlt werden, und gelten somit als positiv für das Ranking.

2. Bilder und Bilderoptimierung

Zu hochwertigem Content gehören auch Bilder und Infographiken. Diese haben den Vorteil, dass das menschliche Gehirn sie schneller in ihrer Ganzheit wahrnehmen kann als Texte. Somit kann man innerhalb der beschränkten Aufmerksamkeitspanne des Menschen für neue Eindrücke (ca. 8s) effizienter die Relevanz der eigenen Seite kommunizieren, und die Nutzer zum Weiterlesen bewegen.

Bis Anfang 2017 war es aus SEO-Sicht noch üblich, Bilder in Form von angepassten Title- und Alt-Tags zu optimieren. Diese Tags sind entscheidende Rankingfaktoren für die Google Bildersuche. Über diese konnte man bei guten Rankings einiges an Zusatztraffic generieren, da Nutzer sich die gezeigten Bilder in Originalgröße auf der Website ansehen wollten. Seit dem Google Bildersuche Update vom Februar 2017 ist die Bilderoptimierung jedoch aus SEO-Sicht nicht mehr von allzu großer Bedeutung. Nun lassen sich gesuchte Bilder schon im Google Interface fast in der Originalgröße darstellen, wodurch ein zusätzlicher Besuch der Quellseite überflüssig wird.
Trotz dessen ist es empfehlenswert, passende Alt-Tags anzulegen. Diese werden den Nutzern von Screenreadern anstelle der Bilder ausgespielt, wodurch sich diese eine Vorstellung des Bildes machen können.

3. Meta-Tags

Nachdem man nun korrekt formatierten Content mit Mehrwert erstellt hat, sollte man sich darum kümmern, dass dieser auf der Suchmaschinenergebnisseite (SERP) auch ansprechend aufgeführt wird. Hierfür gilt es, den Meta-Title und die Meta-Description der jeweiligen Seiten zu optimieren:

  • Meta-Title
    Im Meta-Title sollte möglichst zu Beginn das Keyword verwendet werden. Abgesehen davon kann man sich hier relativ frei entfalten. Dem Nutzer sollte kurz und knapp der Inhalt der Seite erläutert werden. Wichtig ist es, dass man dabei unter dem Limit von 71 Zeichen bleibt, da alles darüber von Google abgeschnitten wird.
  • Meta-Description
    Die Meta-Description sollte für informationale Zielseiten den Inhalt ausführlicher beschreiben und das Interesse des Nutzers wecken. Für transaktionale Zielseiten (bspw. Online-Shop) sollte man nach dem AIDA-Prinzip vorgehen. Außerdem lohnenswert ist es, zusätzliche Aufmerksamkeit durch das Verwenden von Sonderzeichen (z.B. ✅) zu erzeugen. Bei der Description sollte man das Maximum von 156 Zeichen nicht überschreiten.

Im Joomla Backend können die globalen Metadaten unter System > Konfiguration > Site angepasst werden. Die hier angegebenen Tags werden für Seiten, welchen noch keine spezifischen Meta-Tags zugewiesen wurden, angezeigt.

Die spezifischen Meta-Tags bei Joomla Websites können für Menüs unter Menüs > Verwalten > gewünschtes Menü auswählen > gewünschten Menüeintrag auswählen > Metadaten und für Beiträge und Kategorien unter Inhalt > Beiträge/Kategorien > zu bearbeitenden Beitrag/Kategorie auswählen > Veröffentlichung.

Auf diesen Seiten können auch die „Robots“-Angaben angepasst werden. Diese sollten in der Regel auf „index, follow“ stehen. Befindet sich eine Seite jedoch noch im Aufbau und ist noch nicht fertig, sollte man hier zur Sicherheit „noindex, nofollow“ einstellen. Hierdurch verhindert man das unabsichtiche Indexieren von unfertigen Seiten durch den Google Bot.

4. URL-Struktur

Joomla bietet vielfältige Möglichkeiten für eine nutzer- und suchmaschinenfreundliche URL-Gestaltung. Das Optimieren der URL-Struktur ist förderlich für das Ranking, da man hier wieder das Keyword unterbringen kann, und Nutzer an gut gestalteten URLs genau erkennen, wo sie sich genau auf der Website befinden. Außerdem kann sich der Google Bot beim Crawlen besser auf der Seite orientieren. Das folgende Menü erreicht man unter System > Konfiguration > Site:

Es wird empfohlen, diese Einstellungen so zu übernehmen. Durch „Suchmaschinenfreundliche URL“ aktiviert man die anderen Optionen, mit denen man den URL-Aufbau bearbeiten kann. Die Option „URL-Rewrite nutzen“ entfernt, sofern auf „Ja“ gestellt die unnötige „index.php“ URL – Endung. Setzt man die „Dateiendung an URL anfügen“ – Option auf „Nein“, so wird auch die „.html“ – Endung entfernt werden. Mit der Option „Unicode Aliase“ entscheidet man, ob Umlaute korrekt dargestellt werden. Dies ist jedoch nicht zu empfehlen, da die deutschen Umlaute nicht sicher von jedem Browser interpretiert werden können. Anstatt „ü“ wird in der URL, wenn man die Option auf „Nein“ setzt, ein „ue“ angezeigt. Durch „Seitenname auch im Titel“ wird die URL oftmals zu lang, was sich negativ auf die Übersichtlichkeit auswirkt. Daher sollte auch hier „Nein“ ausgewählt werden. Wurden diese Einstellungen übernommen, sollte die Veränderung der URLs ungefähr in diesem Maßstab sein:

Vor der Optimierung:

https://negativbeispiel.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3.html

Nach der Optimierung:

https://positivbeispiel.de/schuhe/fußballschuhe

Die Joomla Alias Option

Eine Besonderheit bei Joomla ist die sogenannte Alias Option. Hiermit lassen sich für alle Seiten die gewünschten URL-Bezeichnungen einstellen. Dies ist aus SEO-Sicht ein großer Vorteil gegenüber anderen Content Management Systemen, da man nun die URL-Bezeichnung unabhängig vom Seitentitel bestimmen kann, und hierdurch größere Freiheiten bei der Verwendung von Keywords hat. Hier ein Beispiel zu dieser Funktion:

Wie man sieht ist der Menütitel kurz und knapp „Fußballschuhe“, während der Alias als „Fußballschuhe-von-Nike“ angegeben ist. Hiermit ist der Seitentitel kurz und aussagekräftig, während der Alias, also die URL-Bezeichnung, auf ein Longtail-Keyword optimiert ist.

5. PageSpeed

Der PageSpeed (= Ladezeit der Seiten) ist ein weiterer wichtiger Rankingfaktor. Lange Ladezeiten sorgen dafür, dass Nutzer vorzeitig die Sitzung abbrechen. Daher gewichtet auch Google, dessen Hauptaugenmerk auf der Nutzerfreundlichkeit liegt, den PageSpeed sehr hoch.

Joomla bietet zur Optimierung des Pagespeed unter System > Konfiguration > Server die Option zur „GZIP-Komprimierung“.

Sofern vom Server unterstützt, sorgt die GZIP-Komprimierung dafür, dass der Server dem Browser eine komprimierte Version der Seite liefert. Hiermit schrumpft die Dateigröße des Inhaltes beträchtlich (bspw. 101kb unkomprimiert zu 15kb komprimiert), wodurch die Ladezeit um bis zu 70% reduziert werden kann.

6. Sitemap

Unter einer Sitemap versteht man die Darstellung des hierarchischen Aufbaus einer Website. Eine aktuelle Sitemap begünstigt das Indexieren von neuen Unterseiten durch den Google Bot, und zeigt diesem, welche Seiten wichtig sind. Außerdem stellt eine Sitemap sicher, dass der Google Bot beim Crawlen keine der Unterseiten übersieht, und wird von Google als positiver Ranking-Faktor angesehen.

Das Erstellen einer Sitemap für eine Joomla Site kann über die Extension JSitemap stattfinden. Diese Extension erstellt die Sitemap, und erlaubt es, die erstellte Sitemap direkt über das Joomla Backend in der Google Search Console zu integrieren. Besonders durch die Möglichkeit der direkten Integration der Sitemap bietet diese Extension einen großen Mehrwert vor allem für Nutzer, welche wenig Erfahrung mit den technischen Aspekten der Suchmaschinenoptimierung haben.

Joomla SEO Checklist:

  • Einzigartigen Content mit Mehrwert erstellen und passend formatieren
  • Optimierte Meta-Tags (Title und Description) für alle wichtigen Seiten anlegen
  • Empfohlene SEO-Einstellungen unter System > Konfiguration > Site übernehmen
  • Keyword-Optimierte URLs mit Hilfe der Alias-Option erstellen
  • GZIP-Komprimierung aktivieren (sofern vom Server unterstützt)
  • Sitemap erstellen und bei der Google Search Console einreichen

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass Joomla alle Werkzeuge zur Verfügung stellt, um erfolgreich SEO zu betreiben. Mit der Joomla Alias Funktion hat man eine sehr große Flexibilität im Bezug auf Seitentitel und URL-Benennungen. Allgemein sind der URL Optimierung mit Joomla wenige Grenzen gesetzt. Auch die Meta-Angaben können für Kategorien und Beiträge bequem über das Joomla Backend bearbeitet werden. Im Hinterkopf sollte man trotzdem immer behalten, dass alle SEO-Bemühungen nur im Zusammenspiel mit hochwertigem Content zu guten Rankings führen. Sofern Sie jedoch ihren Nutzern immer einen Mehrwert bieten und die oben gelisteten Best-Practises gewissenhaft umsetzen, steht Ihrem Top-Ranking nichts mehr im Weg.